Schulpartnerschaft überwindet Grenzen!


GEMEINSAM etwas BEWEGEN!





Schülerfirma Namaste Nepal S-GmbH

Geschwister-Scholl-Gymnasium Freiberg


Update von Steffen Judersleben nach der Nepalreise 2015 - Teil 3

Rückblick, Sachstand und wie weiter?

Spenden einzuwerben gehört seit 10 Jahren zum Tätigkeitsbereich der Schülerfirma. Nach den zwei Erdbeben wurden gewohnte Arbeitsabläufe auf den Kopf gestellt. Es erhöhte sich die Intensität, die öffentliche Präsenz, aber auch die Verantwortung. Das aktuelle Spendenaufkommen beträgt 281.186 Euro. Weitere Spenden in Höhe von 62.000 Euro wurden zugesagt und 1.970 Spendeneingänge konnten bisher verbucht. werden.


Um die größte Not nach dem Erdbeben zu lindern, organisierte Namaste Nepal Kathmandu (NNK), die Partnerorganisation der Schülerfirma, sehr schnell erste Hilfstransporte nach Gati VDC. Viele Sachspenden konnten Raj und die anderen Mitglieder von NNK auch in Kathmandu organisieren. So zum Beispiel Wellblechplatten von einem Freund aus China. Gleichzeitig galt es, Parallelaktionen zur Arbeit der großen Hilfsorganisationen zu vermeiden.
Mit der gesamten Situation zurechtzukommen war nicht einfach. Viele Fragen und unzählige Mails gingen in Richtung Nepal. Nach intensiven Beratungen mit unseren nepalesischen Partnern wurden die Prioritäten für die nächsten Monate festgelegt. Die eingegangenen Spenden werden nur für soziale Maßnahmen und Projekte eingesetzt. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Bildung und Gesundheitsversorgung. Finanzielle Zuschüsse für die Dorfbewohner wurden nicht befürwortet.
In der Distriktverwaltung von Sindhupalchowk unterzeichnete NNK die Vereinbarung zum Wiederaufbau von acht Schulen in Gati VDC. Grundlage war die große Spendenbereitschaft, um die Verantwortung für den Wiederaufbau der Secondary School in Gati, der Lower Secondary School in Kasheri und der Grundschulen in Dandakateri, Mandra, Sotang, Sakuwa, Bugam und Singarche zu übernehmen.
Für die in Nepal zerstörten über 5.000 Schulen hat die Regierung eine Verordnung für den Wiederaufbau erlassen. So müssen neben den fünf bzw. zehn Klassenräumen, ein Kindergarten, ein Auditorium/ Seminarraum für die Dorfbevölkerung (mind. 60 Plätze), ein Gesundheitszentrum, Räume für eine Berufsausbildung, eine Küche und ein Lagerraum vorgesehen werden.
Es war schwer, Architekten zu finden, die die notwendigen und genehmigungsfähigen Planunterlagen erstellen können. Vor drei Monaten wurde MinErgy, eine nepalesische NGO mit einer großen Anzahl an Ingenieuren und Architekten beauftragt, diese Aufgabe zu übernehmen. Eine erste Ideenskizze wurde während eines Meetings am 27. Oktober in Kathmandu vorgestellt. Ein guter Anfang. Die Schulkomitees in den Dörfern von Gati VDC sind direkt mit eingebunden und erarbeiten gegenwärtig entsprechende Raumkonzepte. Diese stellen direkt auf die individuelle Situation sowie auf die Bedürfnisse der einzelnen Dörfer ab. Die Detailplanung für ein verallgemeinerbares Modell einer Primary-School und für die Secondary-School in Gati erfolgt in diesem Monat. Danach kann der notwendige Finanzbedarf weiter qualifiziert werden. Zur Zeit gehen wir von Kosten für eine Primary-School von 50.000 Euro aus. Darin enthalten sind nur die Baukosten.
Am 29. November fand ein weiteres Meeting mit MinErgy statt. U.a. wurde entschieden, dass aus jedem Dorf für den Schulneubau Verantwortliche benannt werden. Während des Baus der ersten Schule werden diese von Fachleuten ausgebildet, um dann die Verantwortung für den Schulbau im eigenen Dorf zu übernehmen. Hierzu wird MinErgy konkrete Trainings-/Workshopeinheiten organisieren. Die Dorfbewohner, die sich am Neubau der Schulen beteiligen, erhalten einen Tageslohn. Über diesen Weg wird indirekt auch der Wiederaufbau im privaten Bereich unterstützt.
In Gati VDC sollen erdbebensichere, funktionale und regional typische Schulgebäude entstehen. MinErgy und NNK haben sich auch zu Kosteneffektivität und -reduktion bekannt. Nach der Vorstellung der Detailplanung von MinErgy werden die weiteren Maßnahmen festgeschrieben. Sicher dürfte aber sein, dass nicht alle acht Schulen im nächsten Jahr gebaut werden können. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, etwas lax gesagt , noch auf den Spendengeldern zu sitzen. Oder anders formuliert, verantwortungsvoll mit den Spenden umzugehen.
Sollten Sofortmaßnahmen, z.B. bei Engpässen an Lebensmitteln notwendig sein, kann und wird sofort reagiert. Auch die laufenden Kosten für die Gesundheitsstation werden weiterhin aus den Spenden finanziert.
Aber auch die „normalen“ Projekte laufen parallel weiter. Der temporäre Schulbetrieb ist in bestmöglicher Qualität abzusichern. Lehrer und Kindergärtnerinnen müssen ihren Lohn erhalten. Das Projekt „erste Kaffee-Ernte in Gati“ wird trotz Erdbeben weitergeführt. Hierfür werden die Spendengelder aus dem Nepallauf und die Erträge aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb eingesetzt.
Abschließend noch ein Überblick über die bisherige Verwendung der Spendengelder „Erdbebenhilfe“ (durchschnittlicher Umrechnungskurs 110 NRp für einem Euro):
1.020 € Hilfsgüter
570 € Transport der Hilfsgüter
750 € Medikamente
315 € Lohn Krankenpfleger
7.560 € Schulmaterialien, Schultaschen, Schultafeln, etc.
2.400 € Tagung Schulentwicklungsplan (SIP) in Kathmandu
362 € Verpflegungs- und Unterkunftskosten während der Hilfsaktionen
1.371 € MinErgy für Bestandsaufnahme in Gati VDC und erste Entwürfe
2.000 € Neubau von fünf temporären Klassenzimmern in Gati

Gesamtsumme: 16.348 €

Natürlich bleiben wir weiter am Ball, denn die Finanzierung aller acht Schulen ist noch nicht abgesichert. Wir bleiben am Ball auch gegen das Vergessen. Jeder Euro ist wichtig und jeder Euro kommt an.

 

Auszeichnungen

2006 erster Preis "Jugend hilft"

2007 erster Preis "Jugend hilft"

2008 Jugendpreis der Stadt Freiberg

2010 beste Schülerfirma Sachsens

2011 Deutscher Lokaler Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN

2012 kinderwelten Award in der Kategorie "Entwicklungshilfe"

2013 Schüler-Business-Award

2015 Gewinner des ersten Act-Now-Jugend-Awards in der Kategorie Nachhaltigkeit

2018 Beste Schülerfirma Deutschlands (Bundes-Schülerfirmen-Contest)