Schulpartnerschaft überwindet Grenzen!


GEMEINSAM etwas BEWEGEN!





Schülerfirma Namaste Nepal S-GmbH

Geschwister-Scholl-Gymnasium Freiberg


Update von Steffen Judersleben nach der Nepalreise 2015 - Teil 2

Teil 2 die Fakten

Durch die deutsche Brille gesehen sollte doch sechs Monate nach dem Erdbeben vom Wiederaufbau etwas mehr zusehen sein. Nur das diese Brille hier in Nepal, hier im Erdbebengebiet ziemlich beschlagen ist, wenn man nicht hinter die Kulissen schaut.

Viele Dorfbewohner haben vor dem Monsun Gati VDC verlassen. Die Angst war größer als die Bindung an Grund und Boden. Es ging einfach ums Überleben. Bis heute sind noch nicht alle Familien in die Dörfer zurückgekehrt. Wer etwas Geld gespart hat lebt mit der gesamten Familie in einem gemieteten Raum in Kathmandu oder Bakthapur und hofft mit einem Tagesjob Geld für den Wiederaufbau des Hauses in Gati zu verdienen. Die Kinder gehen in zugewiesene Schulen für Betroffene der Erdbeben. Nima ist der Meinung, dass ca. 90 Prozent der Familien wieder in Gati VDC leben.
Während des Monsuns gab es keine neuen Erdrutsche. Dennoch waren die Wege und die Zufahrt nach Gati kaum bis nicht benutzbar. Während unseres Aufstiegs nach Gati konnten wir uns vom Gegenteil überzeugen. Hunderte neuangelegte Stufen ermöglichten einen schnellen und gefahrlosen Aufstieg nach Gati. Auch der befahrbare Weg vom Arniko-Highway nach Gati ist mit einem Jeep oder LKW nutzbar. An den steilsten Stellen wurden die Natursteine senkrecht in den Boden gerammt. Beide Projekte wurden von der Dorfbevölkerung umgesetzt. Als Lohn gab es von einer NGO Lebensmittel. Die gibt es tatsächlich nur, wenn die „Begünstigten“ im Dorf soziale Arbeit leisten.
Die Stromleitung ist unterhalb von Gati gerissen. Alle hoffen auf eine Reparatur durch den Stromversorger. Vorab müssen aber die Voraussetzungen in Gati geschaffen werden. Bis dahin leuchten jede Nacht über einhundert Solarlampen.
Gatis Wasserversorgung ist fast komplett intakt. Die große Waschstelle wird nach wie vor von vier Wasserleitungen versorgt. Auch im Dorf gibt es reichlich Wasserstellen mit Wasser aus Wasserleitungen. Auch einige kleine Toilettenhäuschen haben die Erdbeben überstanden. Sicher ist die hygienische Situation nicht einfach, aber im Vergleich zu anderen Dörfern sind die Voraussetzungen in Sachen Hygiene in Gati gut.
Dies gilt auch für die medizinische Grundversorgung. Das neue, kleine Gesundheitszentrum besteht aus zwei Räumen. Ein Behandlungsraum mit ausreichend Medikamenten und Platz für den Krankenpfleger sowie ein Raum mit vier Liegen für intensivere bzw. langwierigere Behandlungen. Mit zwei Paketen voller Medikamente haben wir das Lager wieder aufgefüllt. Die Medikamente gibt es kostenlos und der Krankenpfleger ist jeden Tag vor Ort.
Da die Ernte normal ausfällt, entspannt sich auch die Lebensmittelsituation etwas.
Der Schulunterricht findet in provisorischen, soll ich jetzt schreiben „Verschlägen“ oder Klassenzimmern, statt. Sicher hat dieses Provisorium Anfang Juni funktioniert, aber der Unterricht ist an sich nur sehr eingeschränkt möglich. Da wir davon ausgehen können, dass die neue Schule erst 2017 fertig wird, müssen für zwei Winter einfach bessere Lernbedingungen geschaffen werden. Dies ist umso wichtiger, da aktuell mehr Schüler als vor dem Erdbeben an unserer Schule lernen.
Im Meeting mit dem Schulkomitee und den Lehrern wurde entschieden, dass fünf temporäre Klassenzimmer am Standort der alten, zerstörten Schule entstehen sollen. Hierzu musste der Standort der zerstörten Schule beräumt werden. Dies erfolgte gleich an den nächsten zwei Tagen. In einer gemeinsamen Aktion mit der Dorfbevölkerung übergaben wir die Fläche für die Baumaßnahme „besenrein“. Unter Verwendung vorhandener Steine und Holz sollen die fünf neuen Räume ca. 2.000 Euro kosten. In den Kosten ist auch der Lohn für die „Bauleute“, die aus Gati kommen, enthalten. Es ist je nach Qualifizierung ein Tagessatz zwischen sechs und acht Euro vereinbart.
Zu diesen neuen fünf Räumen können auch die sechs Räume des Schulerweiterungsbaus genutzt werden. Das war für uns eine Überraschung, da die Regierung das Gebäude als „gefährdet“ eingestuft hatte. Aber die Architekten und Ingenieure von MinErgy haben dem widersprochen. Wir konnten uns selbst davon überzeugen, dass es im Gebäude nur vereinzelte, sehr kleine Risse an den Verbindungsstellen zu den Trägern gab.
Es ist sehr gut zu wissen, dass wir mit unseren Lehrern und dem Schulkomitee ein sehr gutes und motiviertes Team in Gati haben. Vielen Dank!

Hinweis: Zum Neubau der acht Schulen folgt Teil drei.

Auszeichnungen

2006 erster Preis "Jugend hilft"

2007 erster Preis "Jugend hilft"

2008 Jugendpreis der Stadt Freiberg

2010 beste Schülerfirma Sachsens

2011 Deutscher Lokaler Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN

2012 kinderwelten Award in der Kategorie "Entwicklungshilfe"

2013 Schüler-Business-Award

2015 Gewinner des ersten Act-Now-Jugend-Awards in der Kategorie Nachhaltigkeit

2018 Beste Schülerfirma Deutschlands (Bundes-Schülerfirmen-Contest)