Schülerfirma Namaste Nepal S-GmbH Geschwister-Scholl-Gymnasium
Geschwister-Scholl-Straße 1, 09599 Freiberg
Kindergarten

Mit Gründung des Projekts entschieden wir, dass von unserer Schulpartnerschaft nicht nur die Schule profitieren soll, sondern das ganze Dorf. Wir wollen helfen, den Lebensstandard für alle Bewohner zu verbessern – also auch für diejenigen, die noch zu jung für die Schule sind.

Bevor wir den Schulpartnerschaftsvertrag mit der damals noch Kali Devi Primary School unterschrieben, gab es in Gati schon einmal einen Kindergarten, der von der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) betrieben wurde. Der Wegfall der finanziellen Unterstützung bedeutete jedoch die baldige Schließung.
2005 beginnend stellten wir nun also Geld zur Verfügung, um einer jungen Frau aus dem Dorf eine Ausbildung zur Kindergärtnerin zu ermöglichen. Ihr Name ist Anartha und sie war sehr glücklich darüber, dass sie vom Dorf für diese Aufgabe ausgewählt worden ist. Ihr Gehalt von etwa 35 Euro pro Monat übernahmen wir, ebenso wie die Kosten für eine warme Mahlzeit am Tag für die Kinder. Außerdem sorgten wir dafür, dass genügend Spielzeug gekauft werden konnte.

 


Der Kindergarten vor der Wiedereröffnung 2005

Während unseres ersten Besuches in Gati 2005 fand die feierliche Wiedereröffnung des Kindergartens statt. Wir konnten uns davon überzeugen, dass Anartha mit ihrem Feingefühl im Umgang mit den kleinsten Bewohnern des Dorfes genau die richtige Person für diese Aufgabe war. Einem langfristigen Betrieb des Kindergartens, an dem sowohl Anartha als auch die Kinder hoffentlich viel Freude haben werden, stand nichts mehr im Weg.

2006 wurden die Schüler der Namaste Nepal S-GmbH auf ihrer Reise von Doreen Fröbe begleitet. Sie leitet den evangelischen Kindergarten in Freiberg, der sich entschieden hatte, den Kindergarten in Gati zu unterstützen. Ihre Eindrücke fasste Doreen Fröbe in einem Bericht für den Jahresbericht 2006 zusammen:
„Wir hatten Fotos gesehen – von Anartha, der Kindergärtnerin in Gati und von den Kindern. Und gehört hatte ich auch schon einiges. Nun sollte ich meine Kollegin und ihre Arbeit kennen lernen dürfen! Nicht nur, dass ich zu den Gästen in ihrem Haus gehörte, sie ließ uns Einblick nehmen in den vielfältigen Alltag einer jungen Kindergärtnerin in Nepal.
Dieser beginnt eigentlich am Abend, wenn sich Anartha nach Barabise auf den Weg macht. Das ist die nächste größere Stadt. Dort übernachtet sie, um am nächsten Mor-gen von 6.15 Uhr bis 8.45 Uhr am Collegeunterricht teilzunehmen, zurück nach Gati zu eilen, 10 Uhr im Kindergarten zu arbeiten, später zu kochen, im kleinen Laden der Familie zu helfen, die Ziege zu versorgen und am Dorfleben teilzunehmen…
Der kleine Kindergarten schmiegt sich in Gatis Terrassenhang. In einem mit Strohmatten ausgelegten Zimmer sitzen viele Kinder – Babys sind auch dabei und Schulkinder, Mamis und andere Dorfbewohner, zumindest an dem Tag, als wir zu Besuch sind. Der Kindergarten ist ein zentraler Punkt im Dorf, alle wollen an ihm teilhaben. Kleine und Große staunen, strahlen und zanken über und um die mitgebrachten Spiel- und Arbeits-materialien. Zum Dank singen die Kinder für uns viele Lieder, klatschen und bewegen sich zur Musik und warten dann gespannt auf das nächste Päckchen… Schnell lässt Anartha die neuen „Schätze“ in einer der verschlossenen Holzkisten, die an der Wand neben dem Re-gal mit den vielen, vielen Buchstabenpuzzles und den Zahlenpostern stehen, verschwinden. In aller Ruhe werden die Kinder wohl später Duplo bauen, Ketten fädeln, schneiden und malen und ihre selbst gestalteten Bilder an die Wände hängen. Jetzt ist die Aufregung zu groß und das Papier fliegt erst mal durcheinander.
Vielleicht sind ja dann auch nicht alle Kinder mit einem mal da. 27 Kinder könnten es sein, doch auch dafür ist das Zimmer ziemlich klein und Anartha allein hat für so viele Kinder zu wenige Augen und Hände zum Spielen und Lernen, Trösten und Kochen. Der Platz zum Spielen vorm Haus ist ebenfalls sehr begrenzt. Aber im Dorf gibt es Pläne zur Vergrößerung des Kindergartens. Das wäre wunderbar!
Und bis dahin darf vielleicht ab und zu das Licht durch die, wegen neugieriger Blicke oft verschlossenen, Fensterläden fallen? Ich wünsche Anartha, dieser kleinen, zierlichen und so starken Frau unendlich viel Kraft und Geduld für ihre vielen Aufgaben, die volle Unterstützung des Dorfes für diese wertvolle Arbeit und, dass die Verbindung unserer Kindergärten Früchte trägt – in Gati und in Freiberg!“


Der Kindergarten erstrahlt in neuen Farben

 

Für unseren Besuch 2007 hatten wir ein kleines Projekt im Kindergarten geplant: Da der einzige vorhandene Raum des Kindergartens immer sehr dunkel war, hatten sich die Dorfbewohner einen neuen, freundlichen Anstrich, statt der bisherigen grauen Wand aus Feldsteinen gewünscht. Mangal, unser Projektkoordinator, hatte die Farben bereits besorgt, als wir im Oktober 2007 in Nepal ankamen. Und da wir unseren Freunden in Gati ja nicht nur finanziell, sondern auch tatkräftig vor Ort helfen wollen, beschlossen wir, die Pinsel selbst in die Hände zu nehmen.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten die Farbverteilung betreffend, legten wir dann hoch motiviert los und wurden dabei auch von einigen Dorfbewohnern und vor allem von zahlreichen Kindern unterstützt. Natürlich wollte auch Anartha „ihren“ Kindergarten mit verschönern, und

half beim Malern. Das Ergebnis kann sich trotz der recht grellen Farben sehen lassen und lässt den Kindergarten gleich viel einladender wirken. Das Dach wurde natürlich nicht einfach links liegen gelassen, sondern erhielt ebenfalls einen neuen Anstrich. Leider reichte die Farbe nicht für das gesamte Dach, aber die Dorfbewohner meinten frohen Mutes, dass sie den Rest ja selbst streichen könnten.
Während einer Sitzung mit dem Schulkomitee diskutierten wir auch über vorhandene Probleme. Da Anartha 2007 selbst Mutter geworden ist, mussten entstehende Ausfallzeiten mit einer zweiten Kindergärtnerin kompensiert werden. Zudem liegt der Kindergarten inmitten des Dorfes, weshalb die Kleinen des Öfteren von Oma und Opa spontan abgeholt werden. Aufgrund dieser Umstände ist jedoch ein geregeltes Spielen, Lernen und Mittagessen nicht immer möglich.
Ein funktionierender Ablauf ist uns aber sehr wichtig, damit die Eltern Vertrauen in den Kindergarten gewinnen. Dies ist auch für den zukünftigen Schulbesuch eine gute Voraussetzung. Schulkinder sollen in der Schulzeit zur Schule gehen und nicht auf dem Feld arbeiten.
Um Schule und Kindergarten stärker zu verbinden, schlug das Schulkomitee einen Kindergartenneubau in der Nähe der Schule vor. Bis zum tatsächlichen Neubau sollte es allerdings noch eine Weile dauern…

Bei unserem Besuch im Folgejahr 2008 konnten wir erfreut feststellen, dass sich der Kindergarten großer Beliebtheit erfreute. Sicher war das auch der kinderfreundlichen Gestaltung zu verdanken…
Als wir uns allerdings ein Bild vom Kindergartenbetrieb machen wollten, war der Raum hoffnungslos überfüllt. Einige Kinder wurden sogar außerhalb des Gebäudes platziert, da in dem kleinen Raum einfach kein Platz mehr für sie war. Zwar stellt unser Besuch immer eine Ausnahmesituation dar, bei der viele Leute dabei sein wollen, die sich sonst nicht im Kindergarten aufhalten, dennoch mussten wir einmal mehr feststellen, dass der Raum für die Anzahl der Kinder zu klein ist. Unsere Pläne, einen neuen Kindergarten etwas außerhalb des Dorfes zu errichten wurden also weiter vertieft. Das alte Gebäude sollte dann als Versammlungs– und Besprechungsraum für verschiedene Gruppen dienen.
Auch 2008 unterstützte der Evangelische Kindergarten Freiberg die Einrichtung in Gati. Die Freiberger Kinder sammelten Plüschtiere und Spielsachen und auch der Kindergarten Langhennersdorf unterstützte uns mit einer Spielsachensammlung, die wir während unseres Besuches in Gati überreichten. Die kleinen Nepalesen freuten sich sehr über die Geschenke und auch uns bereitete es große Freude, mit den Kindern zu spielen.

Während unseres Besuches in Gati im Oktober 2009 konnten wir uns davon überzeugen, dass sich an der Problematik des Platzmangels nichts verändert hatte: Viel zu viele Kinder drängten sich in einen viel zu kleinen Raum. Bisher konnte noch kein Neubau geplant oder umgesetzt werden, da in diesem Jahr das neue Schulgebäude im Vordergrund stand. Da dieser im Oktober aber so gut wie abgeschlossen war, begannen wir, die Gespräche mit den Dorfbewohnern zu vertiefen. Sofort gab es mehrere Vorschläge zu einem möglichen neuen Standort und die Bewohner Gatis versprachen uns, sich weiter Gedanken zu machen.
Mit dem deutschen Architekten Willy Kröger besprachen wir bereits in Kathmandu das Projekt Kindergartenbau.

 


Spielen mit den Kleinen

Er sicherte uns seine Mitarbeit zu und sprach sofort einen wichtigen Punkt an: Erdbeben. Da das Himalaya auf Grund seiner Geografischen Entstehung und Lage häufig von Erdbeben erschüttert wird, sollten wir darüber nachdenken, den Kindergarten mit Stahlpfeilern zu versehen, um die nötige Stabilität zu gewährleisten. Dies würde mehr kosten und auch nicht der traditionellen Bauweise entsprechen, aber die Notwendigkeit ist offensichtlich und wir werden uns bemühen, die Dorfbewohner davon zu überzeugen. Wir starten optimistisch in das neue Jahr und hoffen, dass wir vielleicht schon bei unserer nächsten Nepalreise im Oktober 2010 ein weiteres Gebäude einweihen können.

 

Termine

02. Januar - 14.00 Uhr - Vortrag in der Begegnungsstätte des VdK

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