Schulpartnerschaft überwindet Grenzen!


GEMEINSAM etwas BEWEGEN!





Schülerfirma Namaste Nepal S-GmbH

Geschwister-Scholl-Gymnasium Freiberg


Hilfe zur Selbsthilfe

 

Seit 2008 stellen wir uns einer neuen Herausforderung. Wir wollen unser Projekt nachhaltig gestalten. Konkret bedeutet dies für uns, die Dorfbevölkerung soll perspektivisch in die Lage versetzt werden, einen Teil der sozialen Einrichtungen wie Schule, Kindergarten oder medizinische Erstversorgung selbst zu finanzieren. Hierfür müssen wir Erwerbsquellen für die Dorfbevölkerung erschließen. Es steht also die Frage, was die vorhandenen Ressourcen sind und wie wir diese nutzen können.

Die Menschen in Gati leben seit Jahrhunderten von der Subsistenzwirtschaft. Es wurde also nur für den eigenen Bedarf landwirtschaftliche Erzeugnisse produziert. Für uns liegt somit auch der Schwerpunkt in der Landwirtschaft. Gemeinsam mit der Dorfbevölkerung wollen wir Projekte entwickeln, mit denen Gewinn erzielt werden kann.


Gemüseanbau Vom Schulgarten zum Gewächshaus - so kann‘s gehen. 2008 hatte der damalige Englischlehrer den Bau eines Schulgartens initiiert, den wir bei unserem Besuch im Oktober 2008 bereits gezeigt bekamen. Daraus entstand die Projektidee, Gewächshäuser anzulegen. Drei Familien erklärten sich schließlich dazu bereit, unter Anleitung Tomaten anzubauen. Die Schülerfirma sponserte die stabilen Folien, die Arbeit leisteten die Familien. Der Ertrag war dann so groß (1,5 Tonnen), dass in Barabise und einem kleinen grenznahen Ort in Tibet sogar verkauft werden konnte. Neben Tomaten wurde auch Salat und Blumenkohl angebaut.

im Gewächshaus

Seit 2011 stehen im Schulgarten auch drei große Folienzelte. Im Frühjahr 2013 wurden erstmalig Kartoffeln angebaut, die dann im Dorf verkauft wurden. Der Erlös kam der Schule zu Gute. Nach der Kartoffelernte zogen wieder die Tomaten ins Gewächshaus ein. Leider gelingt es noch nicht immer den biologischen Anbau vollständig umzusetzen, aber wir arbeiten gemeinsam mit der Dorfbevölkerung daran. Als natürlicher Dünger wird seit 2012 aufbereiteter Urin verwendet. Rückschläge gibt es aber auch - die Braunfäule macht auch vor nepalesischen Tomaten nicht Halt. 


Nähausbildung Im Frühjahr 2009 begann für acht Frauen aus Gati eine dreimonatige Ausbildung als Näherin. Danach arbeiteten zwei Frauen an einer Nähmaschine mit Fußpedal 2010 wurde ein weiterführender Lehrgang finanziert. Die Frauengruppe erhält eine zusätzliche Ausbildung hinsichtlich Finanzmanagement und Marketing. 2011 sollen neben dem Eigenbedarf die ersten Artikel verkauft werden. Auch wir hatten einen Auftrag. Für unser Legespiel „Kinder Nepals“ benötigten wir eine ansprechende Umverpackung. 1000 verschließbare Beutel wurden von den Frauen genäht. Mit diesem Projekt wollten wir die Rolle der Frauen im Dorf stärken. Eine Überraschung gab es bei unserem Besuch im Oktober 2012. Dhan Maya Shrestha hat eine kleine Schneiderei mit Ladenverkauf im Dorf eröffnet. 

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Dhan Maya Shrestha und ihr kleiner Laden.

"Ich habe versucht, mein Wissen und die Fähigkeiten, die ich bei der von Namaste Nepal finanzierten Nähausbildung erworben habe, einzusetzen. Die Nähausbildung hat uns Unabhängigkeit geschenkt, wir benötigen jedoch noch weitere Kurse, um unser Wissen zu erweitern. Ich bekomme viele Bestellungen von den Dorfbewohnern, Kleidung mit unterschiedlichem Design und Material zu nähen. Das Geschäft bedeutet für mich viel besseres Einkommen als die Arbeit auf dem Feld.


Kaffeeanbau in Nepal ist relativ jung, war es doch hauptsächlich Tee, der am Fuße des Himalaya angebaut und exportiert wurde. Seit ca. 15 Jahren jedoch, hat der Kaffee in Nepal Einzug gehalten, und die Nachfrage nach dem raren Hochland Kaffee schreitet rasant voran. Der Hauptgrund für Kaffeeanbau war ursprünglich, um Bodenerosion vorzubeugen. Die Midhills (900 – 1800 m) eignen sich hervorragend für die Produktion von qualitativem Hochlandkaffee. 

Heute zählt Kaffee zu den lukrativsten Einnahmequellen in Nepal. Dies gilt vor allem für die Kleinbauern, die auf kleinster Fläche von Subsistenz-Landwirtschaft leben und kaum alternative Möglichkeiten zusätzlicher Einnahmequellen haben.  Kaffee unterstützt zudem die lokale Wirtschaft, da das Geld in der Region bleibt und hilft, die sozialen Standards der Familien zu verbessern, sei es durch bessere Schulbildung, Gesundheitsversorgung etc. 

2011 belief sich die gesamte Kaffeeproduktion auf geschätzte 420 Tonnen. Im Finanzjahr 2009/2010 exportierte Nepal 120 Tonnen Rohkaffee. Vor fünf Jahren waren es noch 24 Tonnen. Das zeigt ein enormes Wachstum, jedoch verglichen mit 540 000 Tonnen die jährlich in Kolumbien produziert werden, ist Nepal noch ein sehr kleiner Stern am Kaffeehimmel. Der Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad des nepalesischen Hochlandkaffees steigt mit jedem Jahr, speziell in Ländern wie Japan, Korea, USA und auch langsam in Europa. Die Nachfrage übersteigt bereits bei weitem das Angebot. 

Im April 2011 entdeckte Steffen neben dem Haus von Anartha einen Kaffeebaum. Danach war schnell die Idee für das Kaffeeprojekt geboren und die notwendigen Kontakte hergestellt. Besonders Birgit Lienhart-Gyawali unterstützte uns dabei und wurde selbst im Projekt aktiv. Zuerst wurde geprüft, ob der Boden rund um Gati, Dandakateri und Mandra alle Kriterien für einen erfolgreichen Kaffeeanbau erfüllt. Im Herbst gab es dann die ersten Kaffee-Gespräche im Dorf.

2012 Für unser Kaffeeprojekt beginnt die intensive Werbung im Dorf. Nach langen Diskussionen wurde auch die Struktur festgelegt. Die beteiligten Familien schließen sich zu einer Kooperative zusammen. Diese muss staatlich anerkannt werden. Ein wesentlicher Punkt ist, dass die Kooperative von ihrem Gewinn einen Teil für soziale Maßnahmen im Dorf abgibt. Es wurde ein langer Prozess.

Die konkrete Arbeit ging natürlich auch voran. Dev Bahadur Gubhaju aus Gati wurde als Kaffeeverantwortlicher bestimmt und erhält für seine Arbeit auch Lohn. Im Oktober bewunderten wir 7.200 Setzlinge, die er selbst gezogen hatte.

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 Dev Bahadur Gubhaju mit den Setzlingen

2013 Die positive Nachricht – die „Kaffeekooperative“ ist offiziell eingetragen. 17 Familien aus Gati und Dandakateri beteiligen sich. Wir sind stolz, dass sich so viele an dem Projekt beteiligen wollen. Die negative Nachricht hat uns auf den Boden der Realität zurückgeholt – man kann entweder laut lachen oder weinen. Ohne Tek Raj, der Kaffeetechniker aus Kathmandu vorher zu konsultieren, wurden die Setzlinge mit frischem Urin gedüngt, der viel zu scharf ist. Man kann Urin erst als Dünger verwenden, wenn er einen Monat lang fermentiert hat.

Wir entschieden uns kurzfristig, 3.200 Setzlinge zu kaufen. So konnte wie geplant gepflanzt werden, aber eben nur die Hälfte an Setzlingen, wie ursprünglich vorgesehen. Natürlich zieht Dev Bahadur Gubhaju nun neue Setzlinge. Von einem Rückschlag darf man sich nicht entmutigen lassen, und muss wieder aufstehen, um aus den gemachten Fehlern zu lernen.

Dev Bahadur Gubhaju: "Die Bewohner von Gati erhalten von den Menschen aus Freiberg großartige Unterstützung für die Bildung ihrer Kinder und die Entwicklung des Dorfes. Ich verstehe, dass das Kaffeeprojekt langfristig sowohl der Bildung unserer Kinder dient, als auch wichtiger Bestandteil des Programms zur Schaffung zusätzlicher Einkommen ist. Ich hoffe, noch mehr  Menschen werden die Bedeutung des Kaffeeprojektes erkennen, so dass die Zahl der Mitglieder der Genossenschaft wachsen wird. Ich versuche immer mein Bestes zu geben, aber natürlich treten auch unerwartete Problemen auf, von denen wir uns nicht entmutigen lassen dürfen."